Der Mercedes-Benz E 500 Limited „Bandabläufer“
- Exponat der Sonderausstellung „Youngtimer“ im Mercedes-Benz Museum
- Letzter produzierter Mercedes-Benz E 500 der Baureihe 124 aus dem Jahr 1995
- „Limited“ als finale Sonderserie: „EVO II“-Sechsspeichenräder, exklusives saphirschwarz außen und koloriertes Weichleder im Interieur
„Close-up“ – der Name der Serie des Mercedes-Benz Museums ist Programm. Jede Folge erzählt Überraschendes, Spannendes, Hintergründiges zu Fahrzeugen aus der Ausstellung. Diesmal im Blick: der Mercedes-Benz E 500 Limited in der Sonderausstellung „Youngtimer“, Raum Collection 5. Noch bis 31. Mai 2026 zeigt die Schau in einer poppig-bunten Inszenierung zehn ikonische Fahrzeuge der 1990er- und 2000er-Jahre.
Nr. 4/2026: Mercedes-Benz E 500 Limited (Baureihe 124)
Letzter seiner Art: Die Sonderausstellung „Youngtimer“ zeigt einen besonderen Mercedes-Benz E 500 der Baureihe 124. Es ist der „Bandabläufer“, das letzte gebaute Exemplar dieses exklusiven Spitzenmodells der ersten E-Klasse. Er hat nur 422 Kilometer auf dem Tacho und gehört zur besonders opulent ausgestatteten „Limited“-Serie.
Feuer und Seide: Mit diesem Slogan bewirbt die Marke das Topmodell der Baureihe 124 bei der Markteinführung im Jahr 1990. Der E 500 im Museum lässt die Faszination dieser Gegensätze spüren. Hier sportliche Leistungsfülle mit dem V8-Motor M 119, dort distinguierte Eleganz der oberen Mittelklasse von Mercedes-Benz mit dezenten Kotflügelverbreiterungen. Die Power-Limousine wird bis 1995 in Kooperation mit Porsche gebaut, bis 1993 zunächst unter der Bezeichnung 500 E.
Saphirschwarzes Statement: Dieser E 500 Limited trägt die Sonderlackierung saphirschwarz (DB 009). Es ist eine von zwei Farben, die damals für die Sonderserie erhältlich sind, alternativ gibt es brillantsilber (DB 744). Schwarz kann distanzieren. Diese Lackierung tut das nicht. Sie wirkt wie ein polierter Edelstein: Tiefgründig, ruhig und selbstbewusst zeigt sich die Limousine der Öffentlichkeit.
Räder mit Geschichte: Satt steht die Limousine auf markanten Sechsspeichenrädern. Sie gleichen denen vom „EVO II“, dem Hochleistungssportler 190 E 2.5-16 Evolution II (W 201). Wer vergleichen will: Der „EVO II“ steht in der Sonderausstellung „Youngtimer“ direkt neben dem „Limited“. Zwei Kraftpakete auf einem Podium.
Stimmiges Interieur: Mercedes-Benz gibt dem „Limited“ innen eine außergewöhnliche Ausstattung mit. Die Sportsitzanlage, Lenkrad und Türinnenverkleidungen sind mit koloriertem Weichleder bezogen. Über die Farbgestaltung entscheidet der Kunde: Grau, Rot oder Grün? Für den Bandabläufer fällt die Wahl auf Schwarz/Grau (Code 288). Darauf abgestimmt sind auch Automatikwählhebel, Einlegeteppiche und Wagenpapiertasche. Die Holzzierteile zeigen schwarz gebeiztes Vogelaugenahorn. Wer Platz nimmt, versteht: In diesem Fahrzeug zeigt sich Luxus dezent.
Exklusivität: Die „Limited“-Sonderserie erscheint im Frühjahr 1994. „Wie sein Name schon verrät, wird es den E 500 Limited nicht oft geben. Genauer gesagt wird er, wenn der Fünfhundertste seiner Art die Werkshalle verlassen hat, danach nie wieder gebaut“, schreibt der damalige Prospekt. „Aber es ist einfach ein gutes Gefühl zu wissen, dass es nur 499 andere Autoliebhaber gibt, die ihn ihr Eigen nennen können.“
Rarität mit Nachhall: Der E 500 Limited ist heute eine der gesuchtesten Raritäten der Baureihe 124 und der gesamten Tradition der Mercedes-Benz E-Klasse – neben dem E 60 AMG. Seinen Reiz macht nicht allein die geringe Stückzahl aus, sondern das stimmige, außergewöhnliche Gesamtpaket. Es fasziniert heute wie damals.
Zeuge seiner Zeit: Die Sonderausstellung „Youngtimer“ des Mercedes-Benz Museums zeigt den E 500 „Limited“ als Zeitzeugen der 1990er-Jahre. Es ist das Jahrzehnt neuer Rollen, neuer Kunden, neuer Farben – und zugleich einer großen deutschen Ingenieurskultur, die sich nicht erklären muss. Kommt man diesem „Bandabläufer“ nahe, dann erzählt er dicht und packend vom Spirit dieser Zeit, vom Ende einer Linie und davon, was 500 E und E 500 so begehrenswert macht.













