Mercedes-Benz feiert in diesem Jahr „140 Jahre Innovation“. Diese Tradition des Erfindens und unermüdlichen Strebens nach der besten Lösung ist auch maßgeblich für die zahlreichen Motorsporterfolge der Marke mit dem Stern. Sie reichen von Langstreckenrennen über Rallye-Einsätze bis zur Formel 1. Entsprechend vielfältig ist dieses Kapitel der Unternehmensgeschichte. Hier kurz notiert: wichtige Jubiläen und Meilensteine. Viele weitere Daten, Geschichten und Fotos bietet das Mercedes-Benz Konzernarchiv im erweiterten und neu strukturierten Bereich Motorsport des Multimedia-Archiv- und Recherche-Systems M@RS.
- 1986: Mercedes-AMG erzielt erste DTM-Erfolge – Start mit Mercedes-Benz 190 E 2.3-16 (40 Jahre)
- 1926: Erste Siege für die neue Marke Mercedes-Benz (100 Jahre)
- 1986: Erster Sieg für einen Sauber-Mercedes in der Sportwagen-Weltmeisterschaft (40 Jahre)
- 1956: Mercedes-Benz 300 SL „Flügeltürer“ gewinnt die Langstreckenrallye Lüttich–Rom–Lüttich (70 Jahre)
- Geburtstage
27. April 1986 – vor 40 Jahren
Startpunkt 1986: In der DTM feiert Mercedes-Benz zahlreiche glänzende Erfolge
- Bis 2025 insgesamt 16 Hersteller- und zwölf Fahrertitel in der DTM
- Rekordsieger Bernd Schneider mit fünf Titeln
- Mercedes-AMG startet 2026 mit zwei Kundenteams in der beliebten Meisterschaft
Europas beliebteste Tourenwagen-Serie DTM wird seit 1984 ausgetragen, seither sammelt Mercedes-Benz 16 Hersteller- und zwölf Fahrertitel in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft bis 1996 und der Deutschen Tourenwagen-Masters ab 2000. Seit 2005 wird offiziell nur noch das Kürzel DTM verwendet. Viele Erfolge verbuchen dabei mehrfache Champions wie Bernd Schneider, Klaus Ludwig und Gary Paffett. Einen Vorgeschmack darauf gibt der Erfolg von Volker Weidler in der Saison 1986: Der damalige amtierende Meister der deutschen Formel 3 wird ab dem dritten Saisonrennen von RSM-Teamchef Helmut Marko verpflichtet. Das Fahrzeug ihrer Wahl: der Mercedes-Benz 190 E 2.3-16. Das Team ist in Graz angesiedelt, die Motoren liefert und betreut AMG aus Affalterbach. Bereits sein erstes DTM-Rennen auf dem Nürburgring am 27. April 1986 gewinnt Weidler, und zwei Wochen später auf der AVUS in Berlin feiert er einen weiteren Sieg. Er wird DTM-Vizemeister 1986 hinter Kurt Thiim auf Rover Vitesse. Auch in der aktuellen Saison, die auf dem Red Bull Ring in Österreich vom 25. bis 27. April 2026 eröffnet wird, startet Mercedes-Benz in der DTM. Zwei Teams setzen den Mercedes-AMG GT3 ein. Fahrer sind der aktuelle Vizemeister Lucas Auer, Maro Engel, Jules Gounon und Tom Kalender.

11. und 22. Juli 1926 – vor 100 Jahren
Erste Mercedes-Benz Siege im Großen Preis von Deutschland und in Spanien
- Rudolf Caracciola gewinnt das Rennen in Berlin mit Beifahrer Eugen Salzer
- Der „Regenmeister“ prägt den Motorsport der 1930er-Jahre
- Dreifachsieg mit Mercedes-Benz 24/100/140 PS Modell K in Guipúzcoa/San Sebastián
Im Sommer 1926 feiert die neue Marke Mercedes-Benz wichtige Rennsiege. Premiere ist der erste Große Preis von Deutschland am 11. Juli 1926 auf der Berliner Rennstrecke AVUS (Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße): Wenige Tage nach der am 28. und 29. Juni 1926 erfolgten Fusion der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) mit Benz & Cie. zur damaligen Daimler-Benz AG startet erstmals ein Rennwagen für Mercedes-Benz.
Das Rennen gewinnt ein junger Mann, der zum erfolgreichsten Rennfahrer der 1930er-Jahre aufsteigen wird – Rudolf Caracciola. Trotz widrigster Wetterbedingungen und eines Zündkerzenwechsels mitten im Rennen über 391 Kilometer (20 Runden) gewinnt er nach knapp drei Stunden. So verdient sich Caracciola den Ehrennamen „Regenmeister“. Am 22. Juli 1926 folgt ein Dreifachsieg des Mercedes-Benz 24/100/140 PS Modell K in Spanien: Otto Merz, Rudolf Caracciola und Christian Werner gewinnen das 12-Stunden-Rennen „Großer Preis von San Sebastián“ in Guipúzcoa, Spanien. Der Kompressorsportwagen Modell K wird aus dem bereits für Sporteinsätze verwendeten Tourenwagen 24/100/140 PS entwickelt. Er ist der direkte Vorläufer der S-Reihe (W 06). Diese legendäre Sportwagenfamilie der Marke mit Kompressormotor führt vom Typ S („Sport“) aus dem Jahr 1927 bis zum SSKL („Super-Sport-Kurz-Leicht“) im Jahr 1931.
Die Erfolge im Sommer 1926 sind der Auftakt zu zahlreichen Siegen und Spitzenplatzierungen von Mercedes-Benz im internationalen Automobilsport bis heute.
24. August 1986 – vor 40 Jahren
Erster Sieg für einen Sauber-Mercedes auf dem Nürburgring
- Wegweisend für das spätere Werksengagement der Marke im Rennsport
- Überragender Mike Thackwell am Steuer des C 8
- Seit 1988 bis heute ist Mercedes-Benz werksseitig ununterbrochen im Motorsport vertreten
2026 starten George Russell und Kimi Antonelli mit den Silberpfeilen Mercedes-AMG F1 W 17 E in der Formel 1-Weltmeisterschaft. Damit setzt Mercedes-Benz eine rekordverdächtige Serie fort: Seit 1988 ist die Marke ununterbrochen werksseitig im Motorsport vertreten. Noch zwei Jahre früher ebnet 1986 das Team Sauber mit eigenen Chassis und aufgeladenen Mercedes-Benz Achtzylindermotoren den Weg der Marke zurück in den internationalen Motorsport. Erstmals siegt ein Sauber-Mercedes C 8 in der Sportwagen-Weltmeisterschaft am 24. August 1986 auf dem Nürburgring. Bei starkem Regen und Nebel glänzt vor allem Mike Thackwell, sein Partner ist Henri Pescarolo. Von 1988 an wird das Team von Peter Sauber zum Werksrennstall. Zwei Sportwagen-Weltmeisterschaften 1989 und 1990 folgen, ebenso der Le-Mans-Sieg 1989. Mercedes-Benz wechselt mit Sauber 1994 in die Formel 1.

29. August bis 2.September 1956 – vor 70 Jahren
Mit einem 300 SL „Flügeltürer“ gewinnen Mairesse/Génin die Langstreckenfahrt Lüttich–Rom–Lüttich
- Mehr als 5.000 Kilometer in rund 90 Stunden fast ohne Pausen
- Die Route führt 1956 auch durch das damalige Jugoslawien
- Nach 1964 ist Schluss mit den rasanten Fahrten auf öffentlichen Straßen
Langstreckenrennen auf öffentlichen und teils nicht abgesperrten Straßen wären heute undenkbar. Vor 50 Jahren und mehr sind sie die großen Herausforderungen im internationalen Motorsport. Mercedes-Benz feiert zum Beispiel Erfolge bei der Carrera Panamericana (1952), beim Großen Straßenpreis von Argentinien (1961 bis 1964), der Mille Miglia (1931 und 1955) sowie der Targa Florio (1922, 1924 und 1955). Auf der Höhe des Erfolgs verabschiedet sich Mercedes-Benz Ende 1955 von der Formel 1 und der Sportwagen-Weltmeisterschaft. Die Marke startet aber weiterhin bei Wettbewerben wie der Rallye Lüttich–Rom–Lüttich, die in Europa als besonders harte Prüfung gilt. Auf teils unbefestigten Straßen legen die Teams etwa 5.000 Kilometer zurück. Eine Hatz über rund 90 Stunden, denn Pausen gibt es so gut wie keine. Im Jahr 1956 wird Rom als Wendepunkt der Rallye durch Zagreb in Jugoslawien abgelöst, obwohl die Veranstaltung vorerst weiterhin unter ihrem ursprünglichen Namen bekannt bleibt. Willy Mairesse/Willy Génin gewinnen das Rennen mit einem Mercedes-Benz 300 SL „Flügeltürer“ (W 198) und wiederholen damit den Sieg von Olivier Gendebien/Pierre Stasse aus dem Jahr 1955. 1962 und 1963 ist Mercedes-Benz dann mit dem 220 SEb (W 111) und dem 230 SL „Pagode“ (W 113) erfolgreich. Die Fernfahrt führt nun von Lüttich nach Sofia und zurück. Ab dem Jahr 1965 gibt es keine Genehmigungen mehr für solche Rallyes.

Geburtstage
- 50 Jahre: Ricardo Zonta wird am 23. März 1976 in Curitiba, Brasilien, geboren. Er gewinnt 1998 gemeinsam mit Klaus Ludwig den Fahrertitel in der FIA-GT-Meisterschaft. Im Mercedes-Benz CLK LM sichern sie sich den Titel im letzten Rennen in Laguna Seca (25. Oktober 1998) vor ihren Teamkollegen Bernd Schneider und Mark Webber. Von 1999 bis 2002 gehört Zonta zum Fahrerfeld der Formel 1.
- 45 Jahre: Der Rennfahrer Gary Paffett kommt am 24. März 1981 in Bromley, England, zur Welt. Von 2003 an startet der Brite für Mercedes-Benz in der DTM. Seine eindrucksvolle Bilanz: DTM-Meister 2005 und 2018, viermal Vizemeister. Von 186 DTM-Rennen gewinnt Paffett 23 und gehört so zu den fünf erfolgreichsten DTM-Fahrern. In der Saison 2018/2019 startet er in der Formel E.
- 65 Jahre: Am 30. März 1961 wird Mike Thackwell in Auckland, Neuseeland, geboren. Er gilt zu Beginn der 1980er-Jahre als großes Talent – wie seine Landsleute Bruce McLaren, Denny Hulme und Chris Amon. Mit 19 Jahren gibt er für Tyrrell ein kurzes Gastspiel in der Formel 1. 1984 wird er Formel 2-Europameister. 1986 und 1987 ist er Fahrer des Teams Sauber-Mercedes in der Gruppe C.
- 95 Jahre: Erich Waxenberger wird am 9. April 1931 in Miesbach, Bayern, geboren. Er ist ab 1953 als Versuchs- und Entwicklungsingenieur für Mercedes-Benz tätig und zeigt auch beachtliche fahrerische Qualitäten. 1977 übernimmt Waxenberger als Leiter der Sportabteilung die Rallye-Organisation und feiert mit den SLC Coupés große Erfolge. Er stirbt am 18. Juli 2017 im Alter von 86 Jahren.






