160 Fahrzeuge und insgesamt 1.500 Exponate präsentiert die vielfältige Dauerausstellung des Mercedes-Benz Museums. Ein besonderer Bestandteil sind die „33 Extras“: Sie lassen am Beispiel oft überraschender Details Mobilitätshistorie und Automobilkultur lebendig werden. Die Newsletter-Reihe Mercedes-Benz Museum Inside lenkt den Blick auf die „33 Extras“ und bringt ihre Geschichten auf den Punkt. In der heutigen Folge geht es um die Veedol-Frau.

Die Veedol-Frau: ein berühmtes Werbemotiv des Schmierstoffherstellers. Entworfen hat es 1952 der Grafiker Heinz Fehling und greift mit dieser Umsetzung die Themen Leichtigkeit und Geschwindigkeit auf. Die Veedol-Frau ist eines von „33 Extras“ im Mercedes-Benz Museum. (Fotosignatur der Mercedes-Benz Archive: D587881)
Die Veedol-Frau: ein berühmtes Werbemotiv des Schmierstoffherstellers. Entworfen hat es 1952 der Grafiker Heinz Fehling und greift mit dieser Umsetzung die Themen Leichtigkeit und Geschwindigkeit auf. Die Veedol-Frau ist eines von „33 Extras“ im Mercedes-Benz Museum. (Fotosignatur der Mercedes-Benz Archive: D587881)

22/33: Die Veedol-Frau

Flott voran

Auf Schlittschuhkufen gleitet diese Frau über imaginäres Eis. Die Geschwindigkeit sieht man ihr förmlich an. Schnelligkeit und Leichtigkeit sowie eine erotische Ausstrahlung charakterisieren diese berühmte Figur. Geschaffen als Blech- oder Emailleschild macht sie Werbung für die Schmierstoffe von Veedol.

Wintermotiv

Die Veedol-Frau ist ein Klassiker der Werbung. 1952 tritt sie das erste Mal auf. Da trägt sie noch Pudelmütze, Handschuhe und Rollkragenpullover – ganz die elegante Schlittschuhläuferin. Der rote Unternehmensschriftzug ziert ihren Pullover. Die Marke Veedol gehört ursprünglich zum US-amerikanischen Konzern Tidewater Oil, der die deutsche Tochter 1925 gründet. Heute ist Veedol Teil des indischen Unternehmens Tide Water Oil India.

Der Künstler

Entworfen hat die Figur der Werbegrafiker Heinz Fehling, damals kein Unbekannter. Er arbeitet für unterschiedliche Kunden und Branchen: von Aral über Blaupunkt bis zu Sinalco. Auch Titelseiten von Zeitschriften wie „Motor und Sport“ gestaltet Fehling. Manche Experten sagen, dass die Veedol-Frau sein wichtigstes Werk sei. Modell steht ihm für das Motiv vermutlich Vera Marks, die Schönheitskönigin „Miss Germany“ des Jahres 1951.

Pin-up-Girl

Fehling gestaltet die Veedol-Frau mehrfach neu und passt sie dem Bild einer verführerischen Frau im amerikanischen Pin-up-Stil an. In Deutschland war sie die erste Werbefigur dieser Art. Ein körperbetonter kurzer Dress lenkt den Blick auf ihr tiefes Dekolleté und die langen Beine. Der Unternehmensschriftzug steht nun auf einer weißen Schärpe, die einer Wettbewerbsauszeichnung ähnelt.

Siegesbewusst

Die Leichtlaufeigenschaft der Schmierstoffe von Veedol bleibt das Leitmotiv der blonden Frau. Mit dieser Botschaft strahlt sie den Betrachter sieges- und selbstbewusst an. Häufig prangt der Veedol-Schriftzug deshalb auch auf Bandenwerbung an den Rennstrecken dieser Welt.

Überall dabei

Die Veedol-Frau wirbt in Autowerkstätten für den Schmierstoff. In den 1950er- und 1960er-Jahren gleitet sie außerdem auf Schlittschuhkufen den „Kapitänen der Landstraße“ voran. Am Kühlergrill von Lastwagen montiert, ist sie so auf dem ganzen Kontinent unterwegs. Mit ihrer verführerischen Ausstrahlung triumphiert sie als Maskottchen der Fernfahrer, als „Verlobte Europas“.